Ev.-Luth. Kirchgemeinde Waldkirchen/Erzgeb.
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Waldkirchen,  Börnichener Str. 3,   09579 Grünhainichen / OT Waldkirchen 
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Grußwort:

Liebe Gemeinde, Wüstenzeiten,   sind   Zeiten   der   Entbehrung   und   des   Mangels.   Das   erleben wir   gerade   unfreiwillig.   Mangel   an   sozialen   Begegnungen,   an   Sicher heiten, an Zukunftsaussichten. Das      Volk      Israel      erhält      am      Berg      Sinai      die      Grundlage      seines Zusammenlebens,   speziell   die   10   Gebote.   Sie   sind   bis   heute   grundlegend für unser aller Zusammenleben. So   etwas   entscheidendes   passiert   in   der   Wüste.   Das   Volk   ist   unterwegs durch   die   Wüste   und   mitten   in   der   Wüste   bekommt   es   alles   das,   was   das Volk     im     Leben     nach     der     Wüste,     im     Gelobten     Land     braucht,     um verantwortungsvoll vor Gott und miteinander leben zu können. Eigenartig.   Wüste   ist   Zeit   für   Entbehrung   und   Mangel,   es   ist   anstrengende   Zeit.   Wieso   gibt   es   da   diese wichtigen   Gesetze?   Israel   erhält   letztlich   nicht   nur   die   10   Gebote,   sondern   die   Regeln,   die   das   gesamte jüdische Leben bis heute prägen. Es   wird   deutlich,   Wüste   ist   nicht   nur   ein   Ort   des   Mangels,   sondern   auch   ein   Ort   der   Klarheit   und   ein Ort der Stille. Da ist vieles weg, was uns sonst auch ablenkt. Da bleibe ich eher bei mir. Vielleicht   befinden   wir   uns   gerade   jetzt   auch   in   einer   Art   Wüstenzeit.   In   der   unser   gewohnter   Alltag zurücktritt, vieles von dem, was uns sonst bestimmt und vielleicht auch gefangen nimmt. Am   Volk   Israel   wird   sichtbar.   Gott   schenkt   gerade   in   Wüstenzeiten,   Gebot   und   Orientierung   für   die Zeit   nach   der   Wüste.   Wüstenzeit   ist   nicht   nur   eine   Zeit   des   Mangels,   sondern   kann   auch   eine   Zeit   sein, in der ich mich neu orientiere. Die   Krise   ist   immer   Chance   und   Gefahr.   Sie   kann   dann   zur   Chance   werden,   wenn   ich   mir   die   Zeit nehme   in   der   Krise   nachzudenken,   wie   mein   Leben   danach   weitergehen   soll.   Denn   in   Krisenzeiten, Wüstenzeiten,   werde   ich   ein   Stück   herausgenommen   aus   meinem   normalen   Umfeld,   aus   dem   was mich   normalerweise   prägt   und   ich   kann   neu   darüber   nachdenken,   wie   mein   Leben   weitergehen   soll. Ich kann Gott bitten, dass er mir neue Gebote und Orientierung schenkt für mein weiteres Leben. Das   Volk   Israel   geht   den   Weg   vom   Berg   Sinai   weiter,   verändert.   Es   ist   nicht   mehr   das   Volk,   das   in Ägypten   in   der   Sklaverei   gelebt   hat,   sondern   es   ist   ein   freies   Volk   mit   neuen   Orientierungen,   auf einem neuen Weg. In   diesem   Sinne   wünsche   ich   uns,   dass   die   gegenwärtige   Wüstenzeit   uns   nicht   nur   viel   abverlangt, sondern   dass   sie   uns   gerade   auch   zur   Chance   wird,   zu   erkennen,   welche   neue   Orientierung   uns   Gott für unseren Weg gibt. Bleiben Sie behütet und gesegnet Ihr Pfr. Jens Meyer